Wohnungsmarkt: Wohnen muss bezahlbar sein

Wohnungsmarkt: Wohnen muss bezahlbar sein 2017-03-02T14:00:11+00:00

wohnungsmarkt

Berlin ist eine der führenden europäischen Metropolen, die für immer breitere Bevölkerungskreise an Attraktivität gewinnt. Die Bevölkerung von Berlin wächst seit längerem durch den Zuzug von ca. 40.000 Menschen pro Jahr.   Seit Jahren herrscht ein ständig steigender Wohnungsmangel, insbesondere im niedrigen und mittleren Mietpreissegment. Zusätzlich streben zigtausende von Flüchtlingen  auf den Wohnungsmarkt und konkurrieren dort mit der Berliner Bevölkerung um preisgünstigen Wohnraum.

Trotz dieser Entwicklung hat der Senat die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in den letzten Jahren sträflich vernachlässig. Zudem wird durch die Forderung der (energetischen) Sanierung im großen Stil bezahlbarer Wohnraum – auch bei den städtischen Wohnungsbaugesellschaften – vernichtet. Die vom Senat beschlossene Mietpreisbremse oder andere staatliche Regularien können keine einzige neue Wohnung schaffen, hierdurch werden lediglich Investitionen gehemmt.

Berlin braucht ein komplexes Konzept zur Ankurbelung des Wohnungsbaus, aber auch zum Erhalt günstiger Wohnungen im Bestandsmarkt.

Neuen Wohnraum zu bezahlbaren Preisen schaffen:

 

  • Baugrundstücke der Stadt als Bauland für Neubaugebiete bereitstellen: Berlin benötigt eine große Zahl zusätzlicher Baugrundstücke, damit Bauen überhaupt ermöglicht wird. Ein gesamtstädtisches, koordiniertes Stadtentwicklungskonzept mit vielen ausgewiesenen Neubaugebiete/-flächen muss zügig erstellt werden, um eine sichere Planung für die nächsten Jahre/Jahrzehnte zu ermöglichen. Bei der Vergabe städtischer Grundstücke sollte verstärkt auf das Wohnungsbaukonzept des Erwerbers geachtet werden.
  • Außenbezirke Berlins müssen zu attraktiven Wohngebieten entwickelt werden: Wichtige Voraussetzung ist der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und von Straßen mit Anbindung an die Innenstadt. Sog. „Impulsquartiere“ mit Planung von Schulen, Kitas, Einkaufsmöglichkeiten etc. vor Ort – aber auch die Berücksichtigung der Bedürfnisse von Senioren – bieten interessante Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Die schnellere Prüfung und Erteilung von Baugenehmigung erleichtert  den zügigen Bau von Wohnungen.
  • Durch Fördermaßnahmen und steuerliche Anreize muss Bauen insbesondere auch für Kleininvestoren attraktiver werden.
  • Städtische und genossenschaftliche  Wohnungsgesellschaften sollen verstärkt gefördert werden.
Die Reduzierung der Baukosten kann durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden:

  • Baustandards sollten kritisch überprüft werden, beispielsweise durch situativen  Verzicht von Stellplätzen oder Aufzügen.
  • Seniorengerechtes Bauen ist in unserer alternden Gesellschaft von großer Bedeutung, das heißt aber nicht, dass zwangsläufig jede Neubauwohnung seniorenfreundlich ausgestattet werden muss. Gleiches gilt für behindertengerechten Wohnraum.
  •  Bauträger werden heute häufig an den Kosten für anliegende Kitas, Schulen, Grünflächen u.ä. beteiligt, wodurch sich die Baukosten ebenfalls erhöhen. Hierbei handelt es sich jedoch um gesamtgesellschaftliche Aufgaben, für die das Land Berlin verantwortlich ist.

Vorhandener Wohnungraum muss insbesondere auch im unteren Mietpreissegment erhalten bleiben:
In den letzten Jahren ist bei vielen Berliner Wohnungen durch Modernisierung der Wohnstandard deutlich angehoben worden. Modernisierungsmaßnahmen sind zweifelsfrei wünschenswert. Dennoch muss auch hier das Kosten-Nutzenverhältnis von einzelnen Maßnahmen und ihrer Förderung untersucht werden.

  • Die energetische Sanierung von Bestandsbauten, insbesondere auch die Fassadendämmung, wird mittlerweile von vielen Experten sehr kritisch gesehen. Umweltproblemen der verwendeten Dämmmaterialien, unzureichender Brandschutz, Schimmelgefahr und ungelöster Entsorgung werden keine Beachtung geschenkt. Auch stehen die nach der Modernisierung meist stark ansteigenden Mieten in keinem Verhältnis zu der oft nur geringen Energieeinsparung.
  • Eine Anpassung der Vorschriften zur Modernisierungsumlage sollte unter Berücksichtigung des Mieterschutzes erfolgen. Diverse kostenträchtige oder ineffiziente  Modernisierungsmaßnahmen bedürfen einer kritischen Überprüfung.
  • Eine Anhebung der Grundsteuer zur Sanierung des Berliner Haushaltes wird wegen resultierender Verteuerung der Mieten abgelehnt.
  • Sozialwohnungen sind für diejenigen Bürger gedacht, die sie benötigen. Wer die Richtlinien nicht mehr erfüllt, muss geeignete Zuschläge zahlen. Eine gute Alternative ist auch die Übertragung  der Sozialbindung auf andere Wohnungen.

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Jede neu gebaute Wohnung trägt zur Entspannung des Wohnungsmarktes bei.

Pressemitteilungen

16.07.2016

Keine preistreibenden Fassadendämmung

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