dexit last

 

 

Wenn Deutschland zuerst aus dem Euro austräte, wären komplexe Probleme zu beachten: Rechtliche Situation, Targetsalden, Auslandsvermögen, Entschädigungsansprüche, Bargeldumtausch. Freie Kurzfassung der Analyse von Bernd Lucke vom 24.10.2017 (Replik auf der Bundeshomepage):

 

DEXIT last – Risiken bei Austritt  Deutschlands aus der Eurozone

 

  1. Rechtliche Situation

Ein regulärer Austritt  Deutschlands aus dem Euro ist praktisch nur mit spezieller Argumentation eines  Vertragsbruchs möglich. Diese Argumentation würde von Gerichten überprüft werden müssen. Der Weg über die Gerichte ist mühsam, langwierig und unbefriedigend. Es muss damit gerechnet werden, dass der EuGH   anderer Meinung sein würde  und keinen Vertragsbruch sieht.
Ein Währungsaustritt muss jedoch überraschend und schnell erfolgen, quasi über Nacht. Nur so können Spekulationen begrenzt werden.

 

  1. Target-Salden:

Bei rechtswidrigem Austritt aus dem Euro verlieren wir die Target-Forderungen vermutlich vollständig (aktuell deutlich über 800 Mrd. Euro) bzw. es erscheint unrealistisch, unsere Forderungen gegenüber der EZB durchsetzen zu können.

(Bei regulärem Austritt aus dem Euro und Target-Zahlungsunfähigkeit (z.B. Griechenlands) würden sich übrigends die verbleibenden Eurostaaten den Verlust teilen, Deutschland also nur anteilig haften).   

 

  1. Deutsches Auslandsvermögen

Deutschland hat derzeit etwa 8 Billionen Euro Vermögensansprüche gegenüber dem Ausland. Diese Vermögen würden auch nach einem Währungsaustritt in Euro zurückgezahlt werden. Bei zu erwartender drastischer Aufwertung der DM würde sich der Wert des Auslandsvermögens drastisch reduzieren. Bei möglicher DM-Aufwertung von 30% wäre das ein Verlust von 2,4 Billionen für deutsche Sparer und Unternehmer. Nicht absehbar sind Folgeschäden durch Unternehmensinsolvenz.

 

  1. Entschädigungsansprüche

Wer beim einseitigen Euro-Austritt Verluste hat, kann Entschädigungsansprüche gegenüber dem deutschen Staat geltend machen.  Hierbei gilt europäisches Rechts, d.h. hierüber entscheiden würde der Europäische Gerichtshof, dessen Rechtssprechung bekannt ist.

 

  1. Bargeldumtausch

Die DM würde umgehend erheblich aufwerten. Das hätte zur Folge, dass das alte Euro-Bargeld entsprechend an Wert verlieren würde.
Ein Wechselkurs von 1:1 für Bargeld als Lösung dieser Problematik wäre nicht sinnvoll. Jedermann würde versuchen, sich sein Vermögen als Bargeld auszahlen zu lassen und anschließend in DM umzutauschen. Eine Megafinanzkrise wäre die Folge.   

 

Ausführliche Argumentation von Prof. Bernd Lucke vom 24.10.2017
 https://lkr.de/warum-nicht-raus-aus-dem-euro

Replik von Prof. Hans-Olaf Henkel und Prof. Joachim Starbatty
https://lkr.de/euro-ausstieg-notwendig

Zusammenfassung: Grexit first – Auflösung der Eurozone
http://lkr-berlin.de/grexit/