pragmatismus

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Gastbeitrag von Bernd Lucke im Focus vom 3.2.2017:

Der 750-Milliarden-Euro-Handschlag: Bereitet Draghi Deutschlands Euro-Austritt vor?

Will er, dass Deutschland freiwillig aus dem Euro austritt oder möchte er uns mit wertlosen „Geldversprechen“ beruhigen?

 

http://www.focus.de/politik/experten/lucke/ezb-bereitet-mario-draghi-deutschlands-austritt-aus-dem-euro-vor_id_6594547.html?fbc=fb-shares

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Mario Draghi und die EZB ändern plötzlich ihre Politik. Nachdem jahrelang ein Austritt aus dem Euro absolut „undenkbar“ war, spricht Draghi jetzt über die Möglichkeiten, dass ein Staat aus dem Euro austreten könnte.

Vorraussetzung laut Draghi: „Falls ein Staat aus dem Eurosystem austritt, müssten die Forderungen und Verbindlichkeiten seiner Zentralbank gegenüber der EZB vollständig erfüllt werden.“ Es geht hier nicht nur um die Verbindlichkeiten, die die meisten Südländer haben, sondern auch die Forderungen z.B. Deutschlands (Targetsalden in Höhe von etwa 750 Mrd. Euro).

 

 Was wird da vorbereitet?
  1. Möglichkeit: Deutschland soll mit mit dem Versprechen von 750 Mrd Euro (aus der EZB-Druckpresse) zum Verlassen der Eurozone aufgefordert werden. Eine resultierende massive Abwertung des Euro würde schlagartig viele Probleme der Eurozone lösen.
  2. Möglichkeit: Deutschland soll beruhigt werden, indem der Ausgleich der Targetforderungen auch für die Zukunft von der EZB zugesagt werden.

 

Draghi hat sich übrigens nicht dazu geäußert, wann die Salden ausgeglichen werden. „Und leider gilt Mario Draghis Wort auch nur maximal so lange, wie es die EZB gibt. Wenn der Euro aber in einer großen Krise zerbricht und jeder Staat wieder seine nationale Währung einführt, dann gibt es keinen Euro mehr. Dann gibt es auch keine Europäische Zentralbank mehr. Dann lösen sich die Target-Forderungen der Deutschen Bundesbank einfach in Luft auf“.