Polizeifunk: Die Sicherheit der Bevölkerung ist auch durch technische Probleme bedroht.

 

Die Gewerkschaft der Polizei warnt seit längerem, dass der Polizeifunk an vielen Orten innerhalb Berlins massive Probleme verursacht. „Einsätze, bei denen nicht gefunkt und nach Verstärkung gerufen werden können, gehören zum Alltag“. Immer wieder stecken die Polizeibeamten im Funkloch, können keine Unterstützung anfordern oder ihre Einsätze koordinieren. Besondere Probleme bereitet beispielsweise die Rigaerstraße, aber auch große Menschansammlungen sind ein Problem. Auf den U-Bahnhöfen herrscht weitgehende Funkstille. Jüngstes Beispiel sind die tödlichen Schüsse im Klinikum Benjamin Franklin – auch hier standen die Polizeibeamten lange im Funkloch.

 

 

Die GdP warnt; „Die Kolleginnen und Kollegen gehen in jeden Einsatz und in jedes Haus mit dem Wissen, dass sie im Notfall nicht nach Verstärkung rufen können und komplett auf sich allein gestellt sind.“

Als großes Problem wird die ungenügende Anzahl von Basisfunkstationen angesehen. Hier hat Berlin mit weniger als 50 Stationen nur 1/3 soviele wie das halbsogroße Wien. Ein eigentlich recht einfach zu lösendes Problem.

Es kann wohl nicht sein, dass die wichtige Arbeit der Polizei durch derartige technische Schwierigkeiten massiv behindert wird. Es kann nicht sein, dass polizeiliche Kommunikation oft nur über private Handys möglich ist. Gar nicht auszudenken, was in einer Katastrophensituation oder bei einem Terroranschlag geschieht.

Die Berliner Probleme sind übrigens nicht einzigartig. Die belgische Zeitung Het Nieuwsblad berichtet, dass bei den Einsätzen nach den Terroranschlägen in Brüssel am 22.3.2016 das Polizeisystem stundenlang sogar ausgefallen war – alle waren froh, das Whatsapp funktionierte.

Für  die LKR ist die Sicherheit der Berliner Bevölkerung von großer Bedeutung. Neben personeller Aufstockung muss auch eine gute technische Versorgung der Polizei selbstverständlich sein.