Gesetzesvorlage für Gemeinschaftsschulen.

Das Berliner Abgeordnetenhaus ist aus dem Sommerschlaf zurück und startet gleich mit brisanten Themen.

 

Am 8.9. erfolgt die 1. Lesung eines von den Linken eingebrachten Gesetzes zur Änderung des Berliner Schulgesetzes, mit dem die Gemeinschaftsschule eine schulstufenübergreifende Regelschule werden soll. Künftig sollen Kinder von der 1. bis 10. Klasse bzw. dem Abitur zusammen an einer Schule unterrichtet werden (www.parlament-berlin.de/ados/17/IIIPlen/vorgang/d17-2998%20Neu.pdf) . Hierdurch wird erhofft, soziale Unterschiede auszugleichen und die Lernleistung zu erhöhen.

Für die LKR ist das der falsche Weg. Wenn in Hintertupfingen mangels Schüler eine gemeinsame Dorfschule angeboten werden muss, heißt das noch lange nicht, dass eine Gemeinschaftsschule auch in einer Großstadt sinnvoll ist. Weshalb jetzt zusätzlich zu seit langem bestehenden Gesamtschulen auch noch Erstklässler mit Abiturienten gemeinsam unterrichtet werden sollen, entzieht sich jedem Verständnis.

Als Begründung für die Umwandlung wird auf ein Pilotprojekt verwiesen, das vermeintliche positive Effekte gezeigt haben soll. Das lässt sich aus der angefertigten Studie jedoch keinesfalls so entnehmen, zumal in der Studie nur Kinder ab der 7. Klasse getestet wurden. Darüberhinaus zeigt oft schon die Umwandlung zu Pilotschulen (mit erhöhten finanziellen und personellen Mitteln) einen deutlichen Einfluss auf den Lernerfolg einer Schule. Die LKR ist der Aufassung, dass  wohl niemand im Ernst behaupten wird, dass die zur Pilotstudie gehörende Rütlischule ihren Erfolg dem gemeinsamen Unterrichts von jung und alt zu verdanken hat.

In den letzten Jahren hat es in Berlin diverse Schulversuche gegeben, mit oft desolatem Ergebnis. Im gerade veröffentlichte Bildungsmonitor liegt Berlin erneut auf dem allerletzten Platz aller Bundesländer und das bei diversen wichtigen Kernpunkten.

Die Ursache ist sicherlich vielfältig. Dazu gehören aber auch ideologische Projekte, wie beispielsweise das gerade als Fehler eingestandene jahrgangsübergreifende Lernen (JÜL), das für Berliner Schulen jahrelang verpflichtend war. Die Gemeinschaftsschule ist auch ein Projekt, das in erster Linie Unruhe an die Schulen bringen würde.

Die LKR befürchtet: Nachdem jetzt schon die Hauptschule abgeschafft wurde und Gymnasien der Kampf angesagt ist, bedeuten Gemeinschaftsschulen einen weiteren Schritt zum Sozialismus im Schulsystem. Berlin sollte froh über die vielfältige Schullandschaft sein, in der alle Kinder entsprechend ihren Fähigkeiten gefördert werden können. Die LKR wird sich mit allen Mitteln dafür einsetzen, dass die Bildungsmöglichkeiten nicht eingeschränkt werden.